Zunft zu Rebmessern
4153 Reinach BL


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PS: Herzlichen Dank für
die feinen Chuechli

 

 

Entstehung der Kinderfasnacht Reinach vom "schmutzige Donnschtig

Ende der 70er Jahre gründete das Zunftmitglied Ernst Feigenwinter die Kinderfasnacht in Reinach.

Der kath. Turnverein Reinach organisierte damals ‑ jeweils am Samstagabend vor dem Aschenmittwoch ‑ einen Maskenball. Am darauffolgenden Sonntag durfte dann die Zunft diese Räumlichkeiten, inklusive Dekoration, für die Kinderfasnacht benützen.

Die Kinder verkleideten sich in originelle und jeweils aktuelle Suiets, wonach sie durch ein Komitee prämiert wurden. Mit Umzügen, Reigen und Tanz war dieser Anlass für die Kinder immer ein begehrter und lustiger Nachmittag. Zur Krönung erhielt jedes Kind ein z' Vieri offeriert bestehend aus Tee, Wienerli und Brot.

Nach diesem Sonntag erstreckte sich dann das Fasnachtstreiben mit "Fasnachtszügli"' und "Beizenfasnacht" bis am Dienstag.

Am Sonntag nach dem Aschenmittwoch fand dann der .Fasnachtsfir‑Sonntag" statt. Am Abend entfachten die sogenannten "Stäcklibueben" ein Fasnachtsfeuer. 19 jährige Jugendliche, welche vor der Rekrutenschule standen, stapelten das gesammelte Holz, auf dem Rebberg neben dem Kreuz, zu einem mächtigen Haufen. Tage vorher fuhren sie mit Wagen und Pferd durch die Reinacherstrassen und bettelten von Haus zu Haus mit Kuhschellen und lautem Rufen von "Walle ‑ Walle ‑ Bättelschalle"' um Holz und Geld. Als "Wallen" bezeichnete man Holzbündel von geschnittenen Baumästen. Das Geld wurde benötigt, um den Durst zu löschen.

Noch dem mächtigen Feuer, wo sich auch sehr viele Reinacher Bewohner versammelten, ging es ‑ voran die Stäcklibuben ‑ mit Fackeln in die Dorfbeizen. Für alle Gäste standen in den Restaurants Körbe mit Fasnachtschüechli bereit. Dies natürlich gratis, wie es auch heute noch der Fall ist! Morgens um 3 Uhr gingen dann alle Fasnachtler mit dem Tram und viel "Halodria" noch Basel an den Morgenstreich.

Die Zeit hat sich geändert und somit auch dieser langjährige Brauch. Schulferien für Wintersport wurde dem Fasnachtstreiben vorgezogen. Das Bauerndorf hat sich zur Industrie­und Wohnstadt entwickelt. Gezwungernermasen verlagerten sich somit die traditionellen Fasnachtstage auf's Wochenende vor den Schulferien.

Im Weihermattschulhaus reduzierte sich der Betrieb. Der Maskenball war "Out"" und immer weniger Kinder kamen zum Fasnachtstreiben. Etwa 5 Zunftfrauen versuchten schon damals, mit Fasnachtschüechli statt Wienerli die Kinder anzulocken. Leider lockte jedoch der Schnee, die Sonne und das Skifahren mehr. Anstelle von 200‑300 kamen am Schluss nur noch 20‑30 Kinder.

Die Frage stellte sich: was können wir tun?

Damals, als der "Schmutzige Donnerstag" nur im Nachbarkanton Solothurn bekannt war, organisierten bereits einige Reinacher Kindergärtnerinnen mit den Kindern einen Fasnachtsumzug im Dorfzentrum. ‑ Also ab ins Dorf!

1983 trugen dann wir Chüechlifrauen zahlreiche Körbe gefüllt mit frischgebackenen Chüechli zum Schlüssel‑Platz. Nach dem Umzug verteilten wir dann die Chüechli zusammen mit heissem Tee an die Kleinkinder. Diese Idee kam gut an! Bald gesellten sich die Primar‑ und Realschulen dazu. Von Jahr zu Jahr mussten mehr Chüechli gebacken werden.

Heute werden an über 1200 Schüler und Lehrer am Schmutzigen Donnerstag 35 Körbe bzw. ca. 10'000 Fasnachtschüechli verteilt.

16 Chüechlifrauen (alles Zunftfrauen) arbeiten 2 1/2 Tage in der Küche des Pfarreiheims St. Nikolaus. Emsig werden dort 300 Eier, 55 kg Mehl, Butter, Rahm und Zucker gerührt, gesiebt, gerädelt, geknetet, gebacken und gezuckert. 

An dieser Stelle sei der kath. Kirchgemeinde ein herzliches "Dankeschön" ausgesprochen, für die Raumlichkeiten welche sie jedes Jahr wieder gratis zur Verfügung stellt.

Wir hoffen noch lange all diese kleinen "Schleckmäuler"' mit frischgebackenen Chüechli verwöhnen zu dürfen.

Therese Herzog‑Blunschi     -      April 2001

 

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