Säuligschichtli 2005
Verzellt am Säuliässe vom 6. Januar 2005 vom Seckelmeister Heinz Heller
Frei nach eme Märli vom Trudi Gerster
Am Änd vomene Dorf isch e chlises Huus gstande mit eme abaute Stall. Dört het e alts Jüngferli gwohnt, s’ Fräulein Lina Binggeli.
Emol isch d’Lina im Gärtli gstande und het gjättet. Do ghört si uf eimol öppis ganz jämmerlig quitsche. Wo si ufs Ströösli useluegt, gseht si e Wage mit ere Chischte druf. Dört drinn isch e chleinses Säuli gsih. Das het si rosarots Schnäuzli zum ene Spalt usegstreggt und quietschd und quietschd. Vorne ufem Kutscherbogg isch der Metzger gsässe und het mit der Geissle klöpft. S’Fräulein Binggeli chunnt azrenne. Was mache si mit dämm chline Säuli, worum quietschd das eso? „Das wird jetzt denn gmetzged. Mei das git e feyne Schingge.“
„Gmetzged, so e härzigs Säuli. Gsehn si denn nit wie das Angst het? Gänn si s’mir, in mim Stall hets Platz sit ich kei Chue meh ha.“ Der Metzger lacht, „wägemir, aber s’chosted 150 Frangge“. S Fräulein Binggeli zäpft ins Huus, längt unter d Matratze, chnüblet zwei Note füüre und bringt se em Metzger use. Dä het em s Säuli geh, und s Fräulein Binggeli hets in Stall dreit. Das Säuli hets guet gha bim Frl. Binggeli. Si het em Säuli ganz e gmüetliche Stall gmacht, mit rot/wiss ghüslete Vorhäng. Am Bode hets e Matratze mit Stroh dinne gha und ime Egge isch e gschnitzte Balke gstande - dört het s Säuli sich chönne chratze, wenn’s es bisse het.
Zum frässe hets e Troog gha, dört sinn Blüemli und Vögeli drufgmohlt gsi und uf em Bode isch sogar e Teppich gläge, dä isch jede Daag gstaubsuugered worde. Am Sunntig het d Lina em Säuli sogar e früsche Bluemestruus in Stall inegstellt, doch was macht das donners Säuli? Gfrässe hets die schöne Blüemli. Do hets Fräulein Binggeli s erste Mol e Wuetafall gha.
„Aber nei au Dani, die Blüemli sinn zum aluege und nit zum frässe, du Luuszapfe.“ Der Dani isch wirklich e chli e Luuszapfe gsih. Allewyl het er öppis bosget. S isch halt em Dani e chli langwylig gsih, so immer nur mit em Fräulein Binggeli und ohni anderi Säuli.
Mir hänn jetzt ghört, s Säuli im Gschichtli vom Trudi Gerster het Dani gheisse. Dass das Gschichtli aber e bitzeli persönlicher wird, hani der Name Dani ersetzt durch d’Näme vo unsere Zunftbrüeder in alpabetischer Reihefolg. Wenn immer also jetzt e MännerVorname chunnt isch der Dani, also s’Säuli gmeint.
Amene Morge isch der Max ufgwacht. S het wieder ganz gut gschmöggt, d Vögel hänn zwitschered und der Roland het fröhlich grunzt. „S isch aber e schöne Dag, mir isch so richtig sauwohl. Hüt mues emol öppis laufe.“ Denn isch er vor der Stall usegstande und het gwartet bis öppis lauft.
Gli drufabe chunnt e Tschäggete Appezällerbless derher. Der Daniel versteckt sich hinter eme Gstrüpp und wo der Bless ganz noch isch, holt er tief Luft und macht e luute Gruntzer . Der Bless isch so verschrogge, dass er in eim Schnutz in d Hundshütte inegstobe isch und sich die längsti Zyt nümme uusetraut het. Der Erich het sich krümmt vor lache. Denn stoht er wieder ganz still do und wartet bis öppis lauft.
Nach eme Wyli chunnt em Nochber si diggi graui Chats. Si het welle go muuse. Der Ralf versteckt sich wieder hinterem Gstrüpp und wo d Chatz ganz noch isch, holt er tief Luft und grunzt was er usebringt. D Chats isch uf der höggsti Baum uffe gstobe und het ganz verdatteret onbenabe gschiehlt. Und der Alois het wieder müesse lache. Er het eso glacht, dass er uf der Rugge drohlt isch und alli 4 Bei vo sich gstreggt het. Denn stoht er wieder ganz still do und wartet bis öppis lauft.
Jetzt isch s Fräulein Binggeli us em Huus cho mit eme Tablett. Dört isch s Frässe für der Thomas druffgsih. Aber nit Chrut und Rüebli durenander wie für gwöhnlichi Säu. Nei, e Schüssle mit Härdöpfelstogg, eini mit Bluemechöhl und eini mit Zwätschgemuess zum Dessert. „Chumm Schatzeli, chumm go ässe chumm, guti guti. Chumm bevor s chalt wird.“ S Fräulein Binggeli het d Schüssle schön näbenenander in Fuetertrog inegstellt. Der Mathis isch hindedrizottlet und het d’Lina mit sine chline Augli vo undenuffe agluegt. Und uf eimol chunt em öppis in Sinn. D Lina het e neue Schurz agha, rot mit gäle Tüpfli und hinde mit eme Lätsch zämmenbunde. Uf eimol paggt der Robert der eint Rockzipfel und fangt a zieh. „He du, loss mi in Rueh, du Luuser, hör doch uff zieh … „ aber der Hugo zieht nomeh, s Fräuleoin Binggeli zieht au und uf eimoll isch der Schurz verrisse und d Lina isch uf der Rugge drohlt. Do het der Lukas wieder müesse lache. S Fäulein Binggeli isch aber jetz s erst mol so richtig taub gsih. „Hansjörg, also loos emol, was fallt dir eigentlich i – bisch wirklich e Luusbueb mi neu Schurz go verrisse. Marcel, Ruedi“… Der Robi isch aber scho lang us em Stall usse gsih, das het er nämlig nit chönne verputze, wenn me mit ihm gschumpfe het. Jetzt isch er wie e übermüetige Geissbock im Garte umegaloppiert und d Lina hindedry. Chum do ahne, mei di verwütschi scho no das wär mir jetz au no chum jetz.
S Frälein Binggeli het der Theo aber nit verwütscht. Er het schliesslich 4 jungi Bei gha und s Fräulein Binggeli nur 2 alti.
Nach eme Zyttli isch der Josef wieder ganz gmüetlich in Stall zrugg und vor der Fuettrog anegstande.. So jetzt frässisch aber di Zmittag, das isch gutzifein. Der Toni aber schüttlet der Chopf. Ich will kei Härdöpfelstogg und kei Bluemechöhl. Ich wot früsches Gras, grüens Gras. Er nimmt e Aalauf und rennt chopfvora uf der Fuetertroog los, dass der ganz zMittag uf em Teppich gläge isch. Denn isch er au no in däm Züg umegruugelet. Woner wieder ufgstande isch, het er der ganz Buuch voll Härdöpfelstogg gha, der Chopf voller Oepfelmues und dNaselöcher und d Ohre voller Zwätschgemuess. sFräulein Binggeli het d Händ über em Chopf zämmegschlage, aber nei au, wie du usgsehsch. Dir wott i jetzt aber, weisch was du bisch?
E Sau bisch und das bisch und blibsch.
S Fräulein Binggeli isch zum Stall us und mit eme Chüübel voller Seifewasser zrugg cho. Si fangt der Stefan afo abschrubbe. So jetzt mache mir wieder e suubers Buebeli, gäll. Lueg emol schön suubermache, s Büüchli und jetz no dOhre … soseli so. Sie het d Lampiohre ufglüpft und ihm der Bluemechöhl usegwäsche. Am Schluss leert si no s ganz Wasser über der Paul zum ihn abspüehle. Der Ruedi schüttlet sich wie e Walross und het d Lina vo Chopf bis Fuess vollegsprützt. Do het er wieder chönne lache. S Fräulein Binggeli isch vor der Stall gstande und het sich vo der Sunne lo tröchne. Der Emil isch näbe se anegstande und het se mit sine listige Augli lustig agluegt.
Uf eimol blumbst e Öpfel vom Baum abe, em Magnus grad uf dNase. Jetzt het aber s Fräulein Binggeli müesse lache. Das gscheht dir aber jetzt ganz rächt, du Spitzbueb. Der Schampe het der Öpfel ufgfrässe. Der Stil, der Wurm s Bitzgi und alles Rübedistübedis. Denn isch er ganz vo sälber in Stall zruggtramplet. S Fräulein Binggeli het der Teppich putzt. Denn hets mit däm zämmebutzte Gmües und mit eme Räste Öpfelmuess e gueti Säutränggi kocht und em Alois in Stall brocht. Der Peter het alle gschlurpft, denn isch er uf si Matratze gläge und het z friede gruntzt. Hüt isch e schöne Dag gsih, s isch wenigstens emol öppis gloffe. Nach eme zittli isch s Fräulein Binggeli choh und het em Otti über der Chopf gstrichlet. So, hüt bisch e chli e Schlingel gsih, luter Dummheite hesch gmacht. Morn bisch denn wieder e Liebe, hesch ghört. Der Heinz gruntzt ganz liislig, nei i has nit ghört, i schlof jo scho. Bald drufaabe het er wirklich gschloffe.
Däm Gschichtli chönne mir entnäh:
Nit jedes Säuli wo set zum Metzger, chunnt dört au a, wie au nit jedes Säuli wo als Schwingerpriis spändiert wird, den au bimene Schwinger achunt.
Und das hänn mir jo scho gwüsst.
Und het die Gschicht au e Moral? Mindestens e Paralelle het si scho zur Säulizunft:
Wie em Säuli Dani gohts ame au em Zunftbrueder Daniel und em Walti und em Peter und em Heinz und em Wisi und em Erich und andere Zunft- und Ehrezunftbrüeder wenn sie vome Zunfthogg heimchömme…. Si grunzte ame au mehr oder weniger liislig vor sich ane ….. nein, nei i has nit ghört, i schloof jo scho. Und bald drufaabe schloofe si e gsunde, tiefe Schloof.
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